03/12/2010

VDE: Deutsche Netze sind europaweit am sichersten

Das hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) jetzt mit seiner neuen Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik ermittelt, die rund vier Fünftel des deutschen Stromnetzes erfasst. Danach kam es 2009 durch Störungen zu Versorgungsunterbrechungen von durchschnittlich 15,7 Minuten Dauer pro Stromkunde. Werden die Störungen infolge von "Höherer Gewalt" berücksichtigt, so liegt der Wert bei 16,5 Minuten. In 2008 lagen die entsprechenden Werte bei 18,3 bzw. 20,7 Minuten. Die nähere Analyse zeigt, dass sich mit dieser verbesserten Versorgungszuverlässigkeit kein grundsätzlicher Trend verbinden lässt. Vielmehr ist die höhere Versorgungszuverlässigkeit in 2009 auf die geringeren atmosphärischen Einwirkungen in diesem Betrachtungsjahr zurückzuführen, die erfahrungsgemäß nennenswert zur jährlichen Streuung der Versorgungszuverlässigkeit beitragen.

So ist z.B. die für das Jahr 2009 gegenüber 2008 nochmals deutlich verringerte Zahl der Tage mit besonders hohen Windstärken zu nennen. Mit rund 16 bzw. 17 Minuten liegt Deutschland deutlich vor Österreich (37 Minuten), Italien (51 Minuten) und Frankreich (66 Minuten). "Das hohe Maß an Versorgungsqualität in Deutschland sorgt nicht nur bei Privatverbrauchern für angemessenen Komfort, sondern stellt auch einen bedeutenden Standortvorteil für Deutschland dar. Gleichwohl stehen wir durch die Veränderungen im Erzeugungspark - insbesondere durch Wind und Photovoltaik - vor immensen aktuellen Herausforderungen in allen Netzebenen. Um auch zukünftig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen die Netze ausgebaut werden. Hierzu benötigen wir effiziente Lösungen und Akzeptanz in der Bevölkerung", so Ludger Meier, Vorsitzender des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN).

Bei einer Bewertung der Versorgungszuverlässigkeit müssen unterschiedliche Einflussfaktoren wie zum Beispiel historisch bedingte Netzstrukturen, regionale Gebietsmerkmale (städtisch oder ländlich, Ost oder West, Berge oder Flachland) und das Wetter berücksichtigt und als Kriterien für Vergleiche beachtet werden. "Derzeit führen wir hierzu weitere Untersuchungen durch. Erste Ergebnisse werden in Kürze veröffentlicht", erklärt Dipl.-Ing. Heike Kerber, Geschäftsführerin des FNN. So fallen Störungen infolge "Höherer Gewalt" gemäß der Definition der Bundesnetzagentur nicht in den Zuständigkeitsbereich des Netzbetreibers und dürfen diesem nicht zugerechnet werden. Unter "Höhere Gewalt" fallen insbesondere außergewöhnliche Naturkatastrophen. Um die Schwankungsbreiten ermitteln zu können, die auf Grund vielfältiger Einflüsse auf das Stromversorgungssystem bestehen, müssen nun mehrere Jahre miteinander verglichen werden. Insofern leistet die Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik des FNN einen wichtigen Beitrag zur Lösung der noch offenen Fragen bei der Ausgestaltung der Qualitätsregulierung. Das FNN ist im VDE zuständig für die Erstellung von Technischen Regeln für die Netztechnik und den Netzbetrieb und bereitet in dieser Rolle auch den Umbau der Netze vor.

Quelle: VDE, melanie.mora@vde.com