14/07/2010

Studieren und Forschen im Bereich Energieeffizienz

Das weiter qualifizierende Studienangebot richtet sich - außer an Absolventen der Biberacher Studiengänge Gebäudeklimatik und Energiesysteme - an verschiedene Fachrichtungen: Möglich ist der Quereinstieg aus den Bereichen Architektur, Elektrotechnik, Physikalische Technik, Versorgungstechnik, Energiewirtschaft- sowie Energiemanagement. Ein individuell abgestimmtes Lehrangebot unterstützt diesen Einstieg.

Thomas Köberle hat den Abschluss Bachelor of Science für Physikalische Technik. Das Berufsfeld Erneuerbare Energie interessierte ihn schon als Schüler; heute ist der 26-Jährige Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gebäude- und Energiesysteme der Hochschule Biberach. Als Absolvent des Masterstudienganges Gebäudeklimatik kann er hier seine Arbeit, die er mit seiner das Studium abschließenden Master-Thesis („Theoretische und experimentelle Untersuchungen zur Energieeffizienz – Bewertung von Kälteanlagen“) begonnen hat, weiter führen. Dem Thema Energetische Bewertung von Kälteanlagen und der Kälteversorgung gilt sein Interesse; in dieser Technik sieht er eine große Zukunft, auch für sich selbst.

Dass er einmal in seinem Interessensgebiet Erneuerbare Energien forschen wird, das hat sich der Ravensburger als Schulabgänger nicht vorstellen können. Sein Weg führte ihn über die Elektronikschule, das Studium der Physikalischen Technik und über das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. München (ZAE Bayern) an die Hochschule Biberach. Die Münchner Wissenschaftler hatten ihm den Masterstudiengang Gebäudeklimatik als Aufbaustudium empfohlen.

Der Biberacher Ansatz sich über Möglichkeiten der Energieeinsparung der regenerativen Energieproduktion anzunähern, entsprach exakt Köberles Vorstellungen. Dass er in kleinen Teams mit Kommilitonen aus anderen Fachrichtungen zusammen studierte und arbeitete, hat seinen Blick geweitet und sein Verständnis verändert: „Die gemeinsame Diskussion mit Architekten und anderen Fachingenieuren hat völlig andere Fragen und Themen aufgeworfen“ beschreibt Köberle den interdisziplinären Austausch im Masterstudium Gebäudeklimatik.

Die Forschungstätigkeit im dem dem Studiengang angeschlossenen Institut betrachtet Köberle als weitere Qualifikation für seinen späteren Eintritt in die berufliche Praxis. Als Wissenschaftler arbeite man mit Methoden und Systemen, die in den Unternehmen noch nicht angewandt würden, so Köberle. Ein Spielraum, um jetzt Neues auszuprobieren, und später einen Vorsprung im beruflichen Wettbewerb zu haben.

Aktuell befasst sich Thomas Köberle – unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Martin Becker – mit Forschungsprojekten in den Bereichen integrierte Hardware-in-the-Loop-Lösungen für die Raumautomation, sowie Heizungs- und Kältetechnik.

Die Einbindung von Master-Studenten in aktuelle Forschungsprojekte sei der Hochschule Biberach ein wichtiges Anliegen, so Prof. Dr. Martin Becker. „Dieses projektorientierte Master-Studium ermöglicht uns eine hervorragende Verzahnung von Forschung und Lehre.“ Das Beispiel von Thomas Köberle zeige zudem, dass sich besonders motivierte Master-Absolventen nach ihrem Studium als wissenschaftliche Mitarbeiter in aktuellen Forschungsvorhaben fachlich weiter vertiefen können.

Das Institut für Gebäude- und Energiesysteme ist eines von sieben Fachinstituten an der Hochschule Biberach; sie dienen als Plattform für die Lehre, insbesondere für die Masterstudiengänge. Die Studierenden werden in aktuelle Projekte integriert und können hier auch ihre Abschluss-Arbeiten erstellen. Das Institut für Gebäude- und Energiesysteme bietet den Studierenden ein breites Spektrum an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die im Auftrag der Industrie und mit Hilfe öffentlicher Förderungen durchgeführt werden. Prof. Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff, Leiter des Institutes für Gebäude- und Energiesysteme: „Wir bieten Master-Studenten interessante und anspruchsvolle Projekte – und damit Wissenszuwachs, Projekterfahrung, Praxiskontakte und nicht zuletzt Finanzierungsmöglichkeiten fürs Studium“.