02.09.2011

Recycling von 800.000 Tonnen Kunststoff

Diese Zahlen verdeutlichen, dass die von den neun bundesweit zugelassenen Dualen Systemen gemeldeten Mengen für in den Markt gebrachte Verkaufsverpackungen mit denen von den inverkehrbringenden Unternehmen an den DIHK weitestgehend übereinstimmen.

Dennoch besteht auch weiterhin eine erhebliche Diskrepanz zwischen lizenzierten Verkaufsverpackungen und tatsächlichem Aufkommen: Laut einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung aus dem Dezember 2010 sollten allein für die Fraktion der Leichtverpackungen rund 1,9 Millionen Tonnen angemeldet sein – DIHK-Register und Clearingstelle der Dualen Systeme weisen jedoch nur rund 1,1 Millionen Tonnen aus.

Aus Sicht des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. geht dieser unhaltbare Zustand eindeutig zu Lasten der Dualen Systembetreiber und der Entsorgungsunternehmen, die die Leichtverpackungs-Mengen zwar vollständig gesammelt und verarbeitet haben, jedoch für diese Tätigkeiten nur anteilig, d. h. zu gering bezahlt wurden. BDE-Präsident Peter Kurth: "Leider werden in den Dualen Systemen immer noch weit geringere Mengen lizenziert als tatsächlich entsorgt werden. Das ist nicht nur rechtswidrig, sondern darüber hinaus auch ein gravierender Wettbewerbsverstoß und eine massive Gefährdung der privatwirtschaftlichen Weiterentwicklung des Systemgeschäfts. Alle Hersteller, Vertreiber und Duale Systeme, die sich korrekt verhalten und ihre Mengen ordnungsgemäß lizenzieren, haben ein großes Interesse daran, dass Wettbewerber nicht der Trittbrettfahrer-Problematik Vorschub leisten."

Laut Kurth werde durch "kreatives" Herausrechnen oder sogar Unterschlagung von Mengen ein viel zu geringer Anteil an Verpackungen aus der Gelben Tonne lizenziert – aktuell sind das gemäß einer kürzlich von der GVM vorgestellten Studie rund 800.000 Tonnen, die bei den Entsorgungsunternehmen, aber auch bei der zahlenden Industrie sowie den Dualen Systemen einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages verursachen. Nach Ansicht des BDE-Präsidenten hätten die sechs im BDE organisierten dualen Systembetreiber ihren Teil zur Stabilisierung der Situation beigetragen.

Quelle: BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.