20/05/2009

Neue Prüftechnik an der FH Lausitz

Prof. Dr. Eva Hille (2. v. re.) erläuterte die Funktionsweise des Hochfrequenzpulsators HFP 5100. Foto: Witzmann/ Hochschule Lausitz

 

Dabei handelte es sich um die neue Materialprüfmaschine Z600 E und den nach der Softwareerneuerung wieder einsatzbereiten Hochfrequenzpulsator HFP 5100.

Die Einweihung der Großgeräte erfolgte im Rahmen einer Fachtagung unter Leitung von Prof. Dr. Eva Hille, zu der Prof. Dr. Günter H. Schulz, der Präsident der Hochschule Lausitz, im Konrad-Zuse-Medienzentrum begrüßte. Aufgrund finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Land Brandenburg konnte die neue Materialprüfmaschine Z600 E an der Hochschule Lausitz installiert werden. Das Investitionsvolumen liegt bei 177.000 EUR. Davon wurden 50 Prozent von der DFG und 50 Prozent vom Land Brandenburg getragen.

"Es ist ein schöner Tag für den Präsidenten, wenn sich die Infrastruktur der Hochschule deutlich verbessert", sagte Professor Schulz und dankte für die Bereitstellung der Mittel. Er ging auf die Umsetzung des Bologna-Prozesses an der Hochschule ein und hob die Möglichkeiten einer guten und anwendungsorientierten Ausbildung, die sich den Studierenden im Kontakt mit den modernen Geräten im nach der DIN EN 9001:2000 zertifizierten Labor für Werkstoffprüfung/ Metallographie bieten, hervor.

Professorin Hille dankte der Leitung und den Gremien der Hochschule für die Unterstützung bei der Beantragung der erforderlichen Mittel. Ihren Mitarbeitern und der Laborwerkstatt dankte sie für die Unterstützung bei der Aufstellung der von der namhaften Zwick Roell Gruppe gelieferten nahezu fünf Tonnen schweren Materialprüfmaschine mit einem Arbeitsvermögen von 600 Kilonewton, was 60 Tonnen entspricht. Neben der praxisnahen Ausbildung der Studierenden, insbesondere aus den Studiengängen Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und Chemieingenierwesen, auf hohem Niveau kommen die Großgeräte in der Forschung zum Einsatz und ermöglichen vielfältige Dienstleistungen für die Wirtschaft.

Fachvorträge hielten die Referenten Walter Stolz und Petra Krummel von der Zwick Roell Gruppe - einem deutschen, auf die Herstellung von Maschinen für die Werkstoffprüfung spezialisierten und weltweit agierenden Maschinenbauer mit dem Hauptsitz in Ulm. Unter anderem gingen sie auf die mehr als 150-jährige Unternehmensgeschichte, die umfangreichen Anwendungsgebiete der Produkte und speziell der an der Hochschule Lausitz installierten Großgeräte in Wissenschaft und Praxis ein. Bei anschließenden Vorführungen im Labor für Werkstoffprüfung/Metallographie konnten die Tagungsteilnehmer anschließend die moderne Technik im Einsatz erleben.

Die über den Großgeräteantrag beschaffte Materialprüfmaschine Z600 E und der nach der Softwareerneuerung wieder einsatzbereite Hochfrequenzpulsator HFP 5100 fügen sich in die von der Hochschule Lausitz (FH) definierten Kompetenzfelder für Forschung und Entwicklung ein und sind dort schwerpunktmäßig dem Bereich Produktentwicklung und Produktionstechnik des Fachbereiches Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau zugeordnet und können Anforderungen, die aus den Brandenburger Branchenkompetenzfeldern "Automotive" und "Metallerzeugung, -be- und -verarbeitung/ Mechatronik gestellt werden, erfüllen. Partner beziehungsweise Auftraggeber sind regionale klein- und mittelständische Unternehmen, weitere Firmen und Einrichtungen.

Im Bereich Maschinenbau sind jetzt, verbunden mit der Durchführung experimenteller Untersuchungen der Werkstoffe, Maschinenelemente, Bauteile und Baugruppen, die Erkenntnisse spezieller und allgemeiner Gesetzmäßigkeiten mechanischer, dynamischer sowie thermischer Beanspruchung im Rahmen der Ermittlung, Prüfung und Kontrolle von Kenngrößen möglich. Mit dem Großgerät Z600 und dem HFP sind eine Erweiterung und Modernisierung der Lehre sowie die Innovationsfähigkeit des Fachgebietes Werkstofftechnik an der Hochschule Lausitz (FH) gegeben. So können praxisnahe Ausbildung und Dienstleistung verbunden werden.

Die Entwicklung beziehungsweise Optimierung und Prüfung von dynamisch hoch belasteten Maschinenelementen, die im Bereich Automobil-, Motoren- und Maschinenbau als Massen- oder auch Sonderbauteile verwendet werden, sind durchführbar. Die Marktbedingungen der Branche, der Schutz von Gesundheit, Leben und vor hohen materiellen Schäden fordern verbindliche Aussagen zur Qualität und Funktionssicherheit von Erzeugnissen. Ziel soll es sein, in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, dem Automobilbau zuverlässige dauerfeste Maschinenelemente für höchste Beanspruchungen, zum Beispiel im Motoren- und Energiemaschinenbau, zur Verfügung stellen zu können.