11/07/2011

INTEGRITY: SICIS feiert 5000 überwachte Container

Im Mai 2011 hat das SICIS-System das Ziel erreicht, 5000 Container auf ihrem Weg von China nach Europa zu überwachen. Dieser eindrucksvolle Erfolg spiegelt die gute Zusammenarbeit des INTEGRITY-Konsortiums wider, welches aus Verladern, Logistik-Dienstleistern, Terminalbetreibern, Zollbehörden, Softwareentwicklern und Forschungsinstituten besteht.

Das Projekt wird durch das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), Bremen/Bremerhaven, koordiniert. SICIS (Shared Intermodal Container Information System) wurde im Rahmen des INTEGRITY-Projektes entwickelt, das von der Europäischen Kommission im 7. Rahmenprogramm gefördert wird. Kein anderes Forschungsprojekt hat bisher eine so große Anzahl von Containern einbeziehen können, was das große Potenzial dieses innovativen Systems zeigt.

Das Ziel des SICIS-Systems ist es, die Transparenz, Verlässlichkeit und Sicherheit von internationalen intermodalen door-to-door Supply Chains zu verbessern. Um dies zu erreichen, werden alle relevanten Informationen von verschiedenen Datenquellen durch SICIS gesammelt und aufbereitet. Hier spielen der Ausgangspunkt der Reise, wo der Container gepackt und verschlossen wird, die Betriebssysteme der beteiligten Container-Terminals, Schiffsverfolgung über deren AIS (Automatic Identification System) Transponder, und, als Option, der Einsatz von CSDs (Container Security Devices) eine Rolle. SICIS konsolidiert alle diese Daten und bietet autorisierten Transportbeteiligten Zugriff auf für sie relevante Informationen, wobei dem Datenschutz durch ein ausgeklügeltes System von Zugriffsrechten Rechnung getragen wird.

Robin Smith vom englischen Logistik-Dienstleister BAP Logistics, einer der Projektpartner, betont, dass SICIS ein einzigartiges Werkzeug für die proaktive Überwachung von Containertransporten darstellt. Es bietet erstmals einen vollständigen Überblick über den kompletten Transport eines Containers.

Die besten Ergebnisse werden erreicht, wenn die Container mit CSDs ausgerüstet sind, da diese die Position des Containers ständig per GPS ermitteln und über Funk an SICIS melden. Zusätzlich geben die CSDs Alarm, wenn der Containerunerlaubt geöffnet wird, und verbessern so die Containersicherheit in hohem Maße. Während der letzten Demonstrationsphase wurden CSDs des chinesischen Herstellers CIMC eingesetzt. Die Seereise der Container wird durch Schiffsverfolgung per AIS-Transponder überwacht, deren Signale durch Satelliten und terrestrische Empfangsstationen aufgenommen und an SICIS weitergeleitet werden. Durch diese Maßnahmen ist die Position jedes einzelnen Containers jederzeit bekannt.

Da allerdings nicht damit zu rechnen ist, dass in naher Zukunft alle Container weltweit mit CSDs ausgerüstet werden, ist SICIS nicht von ihrem Einsatz abhängig. Schon die Informationen der restlichen Datenquellen reicht aus, um die Transparenz der Containertransporte signifikant zu verbessern. SICIS optimiert aber nicht nur die logistischen Prozesse, sondern stellt eine Win-Win-Situation für die Transportindustrie und Zollbehörden her. Letztere benötigen verlässliche Informationen über die transportierte Ladung für ihre Risikoanalyse. Die Datenlage ist heutzutage häufig allerdings mangelhaft, so dass relevante Informationen nicht zur Verfügung stehen. SICIS ermöglicht den Zugriff auf Daten der Absender und Empfänger der Waren, so dass diese Situation deutlich optimiert wird.

Quelle: Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL)