09/05/2012

Grabenloser Hausanschluss für Glasfaserleitungen

Die Installation von überregionalen Kommunikationsnetzen ist auf nationaler wie internationaler Ebene bereits in großem Umfang erfolgt. Die gewünschte und erforderliche flächige Verteilung wird jedoch oft wegen der hohen Ausbaukosten, an denen der Leitungstiefbau einen Anteil von bis zu 70 % hat, nicht vorgenommen.

Das liegt zum Teil auch an der Verlegung der Hausanschlüsse im offenen Graben, der von der Kabeltrasse in der Straße über das Grundstück bis vor das Gebäude geführt werden muss. In der Regel sind das nur wenige Meter, auf denen aber häufig Hindernisse wie Mauerfundamente, Treppenanlagen, Hecken, Blumenbeete, etc. gequert werden müssen. Weiterhin muss das private Grundstück wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht werden. Deshalb ist der offene Graben mit hohen Kosten verbunden.

Aus diesem Grunde kommen verstärkt grabenlose Techniken zum Einsatz. Besonders bewährt hat sich die GRUNDOMAT- Erdrakete (Hersteller: TRACTO-TECHNIK, Lennestadt). Diese wird direkt aus dem Anschlussraum gestartet und bohrt sich unterirdisch bis zum Anschlusspunkt durch. Vor dem Gebäude ist auch keine Montagegrube für den Einbau der Mauerwerksdurchführung erforderlich. Vor Bohrbeginn wird durch das Mauerwerk mit einem Kernbohrer eine Öffnung mit 60 mm Durchmesser geschaffen, aus der anschließend die GRUNDOMAT-Erdrakete einjustiert und gestartet wird. Die für den Betrieb der Erdrakete notwendige Druckluft liefert ein Kompressor (6-7 bar). Auf Grund der Arbeitsweise (Zweitakt-Prinizip) ist eine sehr hohe Genauigkeit gewährleistet. Die übliche Vortriebslänge liegt bei 10 – 15 Metern. In das mitgeführte 32 mm starke PE-HD Schutzrohr wird nach der Bohrung das 10 mm Mikropipe für die später eingeblasene Glasfaserleitung eingezogen.

Vom Anschlussraum erfolgt auch der Einbau und die Abdichtung der Mauerdurchführung MIS 60 (Hersteller: HAUFF). Das eingesetzte Membran-Injektions-System (MIS) stellt sicher, dass die Verpressmasse nicht unkontrolliert wegfließt, sondern alle Hohlräume direkt um die Hauseinführung herum und auch am Übergang zum Erdreich erreicht. Nachträgliche Freigrabungen und Inspektionen haben gezeigt, dass auch bei Unebenheiten und unterschiedlichem Aufbau der Außenflächen eine zuverlässige Abdichtung des Mauerwerks gegeben ist.

Die Arbeitsschritte lassen sich wie folgt zusammenfassen:
• Herstellung einer Kernbohrung (Ø 60 mm) durch das Mauerwerk im Anschlussraum des Gebäudes
• Ausrichtung und Einjustierung der GRUNDOMAT-Erdrakete auf das Ziel
• Ausführung der Bohrung mit der GRUNDOMAT-Erdrakete
• Einzug eines Schutzrohres für Glasfaserkabel sowie
• Einbau der Mauerwerksdurchführung MIS 60
• Abdichtung mit Zweikomponenten-Verpressmasse.

Die bisherigen Einsätze in vielen Groß- und Kleinstädten haben gezeigt, dass Technik und Verfahren gut aufeinander abgestimmt sind. Das gesamte Equipment ist in einem Fahrzeug untergebracht, so dass ein mobiler und unabhängiger Einsatz gegeben ist. Bei entsprechender Vorbereitung und präziser Umsetzung können mehrere Hausanschlüsse pro Arbeitstag ausgeführt werden.

Die grabenlose Verlegung erfolgt sauber, schnell und ohne für Eigentümer und Anwohner ärgerliche und Kosten treibende Begleitumstände, so dass auch die Akzeptanz für diese wirtschaftliche und nutzerfreundliche Technik gegeben ist.

Mit der hier vorgestellten innovativen und vielfach erprobten Technik ist ein weiterer, wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft getan worden.

Quelle: TRACTO-TECHNIK GmbH & Co. KG