13/09/2010

Frankreich plant große Investitionen in Offshore-Windanlagen

Das Ministerium für Energie und Ökologie hofft auf Investitionen der Energieunternehmen von 15 bis 20 Milliarden Euro. Die dafür vorgesehenen Gebiete sind die Pays de la Loire, der Norden der Bretagne, das Languedoc-Roussillon und die Normandie; detaillierte Angaben werden im September veröffentlicht.

Diese geographische Verteilung soll dazu beitragen, den Einfluss auf die Landschaft und die Schifffahrt zu begrenzen. Der Staat muss die einzelnen Gebiete jedoch noch weiter aufgliedern, um die Kosten für die notwendigen Infrastrukturen für Stromanschlüsse gleichmäßig aufzuteilen.

Ziel dieser Ausschreibung ist es nicht allein, die Möglichkeiten der Stromerzeugung auszubauen, sondern auch dazu beizutragen, dass sich in Frankreich ein wirklicher Industriezweig in diesem Bereich entwickelt. Die Projekte werden sowohl nach ihren veranschlagten Kosten beurteilt, als auch danach in welchem Maße sie die bereits vorhandenen Hafeninfrastrukturen und das französische Know-How einbeziehen.

Das Programm ist auf lange Sicht angelegt. Vor 2015 ist kein Bau eines Windrads im Meer vorgesehen. Das Umweltministerium nutzt für diese Ausschreibung einen ganz neuen Ansatz: Einen Zeitraum der "Risikominimierung". Die ausgewählten Investoren erhalten erst nach anderthalb Jahren eine definitive Zusage. In dieser Zeit sollen sie beweisen, dass ihr Projekt zu den veranschlagten Kosten umsetzbar ist. Es geht darum, die Projekte herauszufiltern, die zwar auf dem Papier verführerisch scheinen, praktisch aber nicht umzusetzen sind: Die erste 2004 gestartete Ausschreibung für Offshore-Windanlagen brachte beispielsweise keine konkreten Ergebnisse. Im Bereich der erneuerbaren Energien ist das Kriterium "Preis" maßgeblich. So sind die ausgewählten Projekte zwar immer die preiswertesten, aber auch die unsichersten. Bei der Offshore-Windenergie ist das Risiko des Scheiterns besonders hoch. Der Bau einer Windanlage setzt umfassende Studien des Meeresbodens voraus. Aufgrund ihrer hohen Kosten werden diese nie vor dem endgültigen Auftragszuschlag ausgeführt, was dazu führt, dass die im Angebot genannten Preise später oft deutlich überschritten werden.

Die nötigen Investitionen und die Komplexität der Projekte machen die Bildung von Großkonzernen notwendig. Zusammenschlüsse von Stromunternehmen wie GDF Suez oder Iberdrola, von Herstellern von Turbinen wie Siemens, General Electric oder Alstrom und von Experten im Bauingenieurwesen sind zu erwarten.

Quelle: Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr