31/05/2010

Frankreich: Offshore-Windenergie

Diese Ankündigung erfolgt im Rahmen des Entwicklungsprogramms für die Offshore-Windenergie des Grenelle Environnement (Abkommen für Umweltschutz), das eine Beschleunigung des Ausbaus der Offshore-Windenergie vorsieht und auf eine Gesamtleistung von 6.000 MW im Jahr 2020 abzielt.

Dieses Ziel wurde während des Grenelle de la Mer (Abkommen zum Schutz des Meeres) und der Einführung des neuen Energie-Fahrplans Frankreichs bestätigt. Die Herausforderungen bestehen darin, gleichzeitig den Verpflichtungen des Grenelle Environnement und des europäischen Energie-Klima-Pakets nachzukommen, Frankreich zu einer Spitzenposition in der künftigen Offshore-Windenergie-Industrie zu verhelfen sowie tausende Arbeitsplätze in Frankreich zu schaffen. Das Programm für die Entwicklung der Offshore-Windenergie beruht auf den folgenden 3 Achsen:

1. Eine abgestimmte Planung: Anfang 2009 hatte die Regierung die Präfekten der Regionen Bretagne, Pays de la Loire, Haute-Normandie, Aquitaine und Provence-Alpes-Côte d’Azur dazu aufgefordert, einen Konzertierungs- und Planungsausschuss für jeden Küstenabschnitt einzusetzen, um alle technischen, rechtlichen und umweltbedingten Probleme erfassen zu können. Bis Ende Juni soll die Regierung eine Auswahl von etwa zehn "geeigneten Orten" für Offshore-Anlagen vorlegen.

2. Ein vereinfachter Rechtsrahmen: Nach der Verabschiedung des Gesetzentwurfs Grenelle 2 werden die Verfahren zur Errichtung von Offshore-Windenergieparks deutlich vereinfacht, und die Verwaltung der Anbindung der Offshore-Anlagen an das Stromnetz wird dank des französischen Stromnetz-Betreibers RTE ebenfalls optimiert.

3. Ausschreibungen zum Aufbau des neuen „grünen“ Industriezweiges und somit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze: Die Regierung wird ab Oktober 2010 eine erste Reihe von Ausschreibungen für den Bau von Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.000 MW an den als geeignet ausgewählten Standorten starten. Die Projekte werden im dritten Quartal 2011 auf der Grundlage zweier Kriterien ausgewählt: der Kaufpreis für Strom und der Zeitraum bis zur Inbetriebnahme der Anlage. Diese Ausschreibungen richten sich an Unternehmen, die ihr Projekt darlegen müssen: Beitrag zur Entwicklung der Offshore-Windenergie-Industrie, Mobilisierung der Wirtschafts- und der lokalen Infrastrukturen, Schaffung von Arbeitsplätzen, etc.

Dank der auf mehrere Jahre angelegten Verpflichtung (6.000 MW bis 2020) bietet diese Finanzierungshilfe den Unternehmern die Möglichkeit einer langfristigen Planung. Die Fokussierung der Ausschreibungen auf zuvor festgelegte Standorte ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung bei größerer Akzeptanz.