27.08.2010

Erhöhte Effizienz beim Schiff-, Rohr- und Turmbau

Zusammen mit sieben Partnern entwickelt das LZH einen Hybridschweißprozess für großvolumige Dickblechkonstruktionen, der die Vorteile des Laser- und des Metallschutzgasschweißens (MSG) kombiniert, um einen höheren Wirkungsgrad zu erzielen. Insbesondere für den Schiff-, Rohr- und Turmbau in Deutschland eröffnet dieser Prozess neue Perspektiven beim Schweißen von Blechen mit einer Dicke von über 20 mm.

Bei diesem innovativen Verfahren überbrückt das MSG-Schweißen den Spalt zwischen den Blechen, während das Laserschweißen die Bleche in der Tiefe verbindet. Dabei pendeln sowohl der Laserstrahl als auch der Lichtbogen quer zur Naht. Auf diese Weise sollen Stahlwerkstoffe mit einer Dicke von über 20 mm und Aluminiumwerkstoffe mit einer Dicke bis zu 15 mm in einer Schweißoperation verbunden werden.

Geplante Merkmale des neuen Hybridschweißsystems sind Systemrobustheit, die gute Spaltüberbrückbarkeit und je nach Anwendung die hohe Schweißgeschwindigkeit. Gegenüber konventionellen Verfahren soll auch weniger Zusatzwerkstoff verwendet werden. Durch die Prozesseigenschaften soll das Verfahren insbesondere für lange Schweißnähte im Schiff-, Rohr- und Turmbau attraktiv sein.

Das LZH, das unter anderem für die Prozessentwicklung und die automatisierte Prozessüberwachung des Laser-MSG-Hybridverfahrens verantwortlich ist, wird dafür einen 16 Kilowatt Scheibenlaser einsetzen. Nach Abschluss des Projekts in 2012 sollen die Ergebnisse auch in weiteren Industriebranchen zur Anwendung kommen.

Die Projektpartner des LZH kommen unter anderem aus dem Stahlsektor (Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH, Duisburg), dem Schiffbaubereich (Wadan Yards LNG Technology GmbH, Rostock) und dem Turmbau (SIAG Tube & Tower GmbH). Weitere Partner sind die Messer Group GmbH, die EWM Hightec Welding GmbH, die Precitec KG und die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Halle GmbH. Das Projekt "HYBRILAS" wird über den Projektträger VDI Technologiezentrum GmbH vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms Optische Technologien (FKZ 13N10549) finanziell unterstützt.

Quelle: Laser Zentrum Hannover e.V., m.botts@lzh.de