15/06/2009

Draka Kabel-Tag: Zum vierten Mal ein voller Erfolg

Von damals 30 Gästen fanden sich in diesem Jahr am 13. und 14. Mai mehr als 90 Fachleute aus dem In- und Ausland im Werk im Wuppertal ein.

Das Leitthema in diesem Jahr war die „Produktivitätssteigerung durch intelligente Kabel“. Neben anschaulichen Modellaufbauten lag der Schwerpunkt auf zukünftige Entwicklungen und Innovationen.
Die höchst informativen und interessanten Vorträge wurden von einem gelungenen Rahmenprogramm – Besichtigung des Duisburger Hafens, Abendessen in der historischen Stadthalle Wuppertals am ersten Tag und einer Werksbesichtigung am zweiten Tag – abgerundet.

Den Start dieser traditionellen Veranstaltung läutete die 1. stellvertretende Bürgermeisterin Wuppertals, Frau Silvia Kaut, ein. Sie lobte die außerbetrieblichen Aktivitäten der Draka sowie das große Engagement rund um die Berufsausbildung.

Draka Industrial Cable GmbH

Dr. Wilhelm Engst, Präsident der Draka Industrial Division, und Dr. Manfred Jansen, Geschäftsführer Draka Industrial Cable, hießen die Gäste mit einer Einführung über Draka willkommen.
Draka besteht aus 68 Unternehmen in 30 Ländern mit rund 10.050 Mitarbeitern weltweit. Die Aktivitäten der Draka sind dabei in drei Gruppen untergliedert: Energy & Infrastructure, Industry & Specialty (zu der Draka Industrial Cable angehört) und Communications. Diese Aufteilung entspricht den Kundenbedürfnissen und steigert somit die Marktorientierung. Draka Industrial Cable ist dabei auf die Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Standard- und harmonisierten Gummileitungen sowie Gummispezialleitungen für den Starkstrom- und Mittelspannungsbereich spezialisiert.

Intelligente Kabel und Leitungen

Unter der Überschrift „Intelligente Kabel und Leitungen“ hielt Prof. Dr. Wolfgang Schade (TU Clausthal) den ersten Vortrag des Tages. Sein Thema waren die „Sensornetzwerke für intelligente Überwachungssysteme“, die er in Zusammenarbeit mit Draka entwickelt. Dabei wird ein Lichtwellenleiter in die Leitung integriert, über den man mit speziellen Ausleseverfahren laufend Informationen erhält, was geringere Ausfallzeiten und damit verbundene Ausfallkosten verringert.
Peter Funken (Draka Industrial Cable GmbH) gewährte zusätzlich einen Ausblick auf die „Hybridleitungen mit integrierten Glasfasersensoren“. Die Problemstellung hierbei sind die hohen Belastungen, denen flexible Leitungen ausgesetzt sind, bzgl. Temperatur, Mechanik und Abrieb der Mantelkennzeichnung. Die Lösung hierbei sind „intelligente Kabel“. Diese signalisieren die Gefahr von Beschädigungen und vereinfachen die Erkennung der Leitungstype. In Zusammenarbeit mit TU Clausthal und Fraunhofer IPMS konnte diese Lösung umgesetzt werden – in Form eines RFID-Systems (Radio Frequency IDentification), mit dem man die benötigten Informationen jederzeit abrufen kann. Dieses System konnte vor Ort in Augenschein genommen werden und fand großen Anklang. Die erste Installation eines Sensorsystems dieser Art erfolgte Ende Mai in einer Windturbine.

Bergbau und Industrie

„10 Jahre Betriebserfahrung mit Streamline im Bergbau“ – diesen Erfolg gab Hans Joachim Burisch (Draka Industrial Cable GmbH) bekannt und erläuterte den Verlauf der TENAX®-TS/TTS Leitungen – von der Entwicklung im Jahre 1999 bis zur stetig währenden Zufriedenheit der Kunden von heute. Nach all den erfolgreichen Jahren mit der TENAX®-Produktfamilie gibt es allerdings immer noch Ziele, nämlich die „Steigerung der Produktivität durch Verbesserung der Handhabung durch Reduzierung von Durchmesser und Gewicht (-30%)“ – ein weiterer Schritt in einer erfolgreichen Laufbahn.
Als nächster Referent hielt Wilhelm Moritz (Draka Industrial Cable GmbH) seinen Vortrag über „LWL-Leitungen im Bergbau-Einsatz“. Dies stellt für Spezialkabel einen Härtetest dar, da diese Leitungen extremen Temperaturschwankungen, UV- und Ozonbelastung, hoher mechanischer Beanspruchung mit Staub und Schmutz und Flüssigkeiten wie Wasser und Schmiermittel ausgesetzt sind. Den damit verbunden hohen Kundenanforderungen werden die Leitungen TENAX®-LWL-TSS gerecht, die Draka auch mit den vielen verschiedenen Steck- und Muffenverbindungen zu den Endgeräten anbietet. Service wird hier groß geschrieben: Sei es als Draka vor Ort oder als Endverschlussmontage ab Werk.
Die „Anforderungen an Pumpenleitungen in Trinkwasser“ erörterte Dr. Heinz-Günther Preis vom Bergischen Wasser- und Umweltlabor und bestätigte, dass die Leitungen von Draka nicht nur im vollen Umfang den Anforderungen entsprechen, sondern dass den Pumpenherstellern auch spezialisierte Lösungen angeboten werden.
Die „elektrischen Leitungen für Tauchpumpen“ präsentierte Reinhard Osenberg (Draka Industrial Cable GmbH). Hier sieht Draka Chancen in dem weiteren Marktwachstum infolge des (über)lebenswichtigen Elements Wasser.

Kran- und Hebeanlagen

Den Abschluss des ersten Tages bildete der Bereich Kran- und Hebeanlagen. Der Gast-Referent Tomaso Guisti stellte an diesem Punkt die Produkte der Conductix Wampfler AG dar. Conductix Wampfler ist weltweit führender Hersteller von Systemen für die Energie- und Datenübertragung zu beweglichen Verbrauchern, wie zum Beispiel Leitungswagen oder Energieführungsketten.
Robert Cremer (Draka Industrial Cable GmbH) stellte kommunikative Spreaderleitungen vor. Spreaderleitungen werden zur Übertragung von Energie und Daten bei vertikaler Bewegung, zum Heben und Senken verschiedener Güter, eingesetzt. Hierbei sind die europäischen Systeme technisch führend.
Die anschließende Besichtigung des Duisburger Hafens machte diese Thematik sehr anschaulich und brachte den ersten Teil des vierten Draka Kabel-Tages zu einem erfolgreichen Ende. Das anschließende gemeinsame Abendessen in der historischen Stadthalle Wuppertal bot einen krönenden Abschluss.

Erneuerbare Energien

Der zweite Tag bot zu Beginn ein sehr wichtiges und interessantes Thema. Die Konzeption von Photovoltaikanlagen stellte Armin Hillen (Ecostream Germany GmbH) vor. Dabei zeigte er auf, wie man von der Solar-Rendite profitieren kann und erläuterte die Projekte von Ecostream. Außerdem sprach er das Thema Dachverpachtung an, bei dem sich Unternehmen nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle sichern, sondern das eigene Umweltengagement weiter ausbauen und die Umweltbilanz nachhaltig verbessern können. Hier spielen Draka-Leitungen eine wichtige Rolle. Als Verbindung von String zu Solarmodul dient das Produkt DRAKAFLEX® Sun BETAX® (halogenfrei, TÜV zertifiziert). Diese Leitungen sind speziell für die Verwendung im Freien als Verbindung von Solarmodul zu Solarmodul (Strangleitung) und von den Solarmodulen zum Wechselrichter (Teilgeneratorleitung) oder der Gleichstromhauptleitung entwickelt worden.
Oliver Partheymüller stellte die Draka Service GmbH als wichtigen Partner bei der Durchführung von Projekten in den Bereichen Solar, Wind und Mobilfunk dar. Die Kernkompetenz und langjährige Erfahrung liegt bei diesem Unternehmen in den Bereichen Projektierung, Stahl- und Elektromontage auf hochgelegenen Arbeitsplätzen.
Neben der Energiegewinnung durch Sonne, ist auch Wind ein wichtiger Bereich. Jan Erik Leistad (Draka Norsk Kabel AS) referierte über Seekabel für Offshore Windparks und zeigte den interessanten Weg von der Produktion des Kabels über die Testphase bis hin zur Verlegung - mit einem beeindruckendem Foto eines fertig angelegten Offshore-Windparks als Resultat vor der Küste Dänemarks. Dabei kann der Konzern auf langjährige Erfahrungen im Offshore-Segment zurückgreifen und garantiert eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren auf seine Leitungen.

Regulatorien zur Verwendung chemischer Stoffe

Über RoHS, REACH, PAK – Begriffe, Richtlinien, Verordnungen, Kandidaten – klärte Dr. Tobias Ernst (VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut) die Zuhörer auf.
Dieter Kirner (Draka Industrial Cable) erläuterte die Umsetzung der Chemikalienverordnungen bei der Produktion von Draka-Kabeln, die alle Anforderungen erfüllen.

Kabelanforderungen und –lösungen

Über die „Wirksamkeit von Torsionsschutz-Aufbauelementen“ referierte Jan Flötotto (Draka Industrial Cable). Innerhalb der verschiedenen Anwendungen bietet Draka Leitungen an, die den Anforderungen gerecht werden. Durch den intelligenten Einsatz von torsionsgeschützten Leitungen können somit Prozesse optimiert und die Produktivität von Anlagen effektiv gesteigert werden.
Nico Emde (Draka Industrial Cable) zeigte die Anforderungen an einen flexiblen Leiteraufbau auf. Die verschiedenen Merkmale, die dabei eine große Rolle spielen (Aufbau aus Einzeldrähten, Einzeldrahtdurchmesser, Schlaglängen und –richtungen), werden von Draka optimal gestaltet. Durch intelligente Lösungskonzepte, die der jeweiligen Anwendung angepasst werden, steigern Leiterseile außerdem bedeutend die Betriebsicherheit.

Zwei erfolgreiche Tage

Das Programm war vielseitig und dicht gepackt, die Vortragenden waren mehr als kompetent, beide Tage wurden sehr gut ausgefüllt und das Rahmenprogramm war eine mehr als gelungene Abrundung. Wieder einmal bestätigte der Draka Kabel-Tag, dass sich Theorie und Praxis im Werk in Wuppertal einmalig verbinden lassen. Der nächste Kabel-Tag ist bereits in Planung und wird den Erfolg weiterführen.