25.06.2010

15 Jahre deutsch-französischer Studiengang Maschinenbau und Mechatronik

Das Studienangebot hat bis heute 150 Absolventen hervorgebracht, die alle über einen deutschen und einen französischen Hochschulabschluss verfügen und auf eine deutsch-französische und sogar in vielen Fällen auf eine internationale Karriere verweisen können.

Zu diesem Jubiläum hatten die ENSMM und die Hochschule Karlsruhe Mitte Juni Studierende, Alumni, Kollegen und Mitarbeiter beider Hochschulen zu einer Feier nach Besançon eingeladen. 130 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter viele deutsche und französische Absolventen des gemeinsamen Studiengangs, die sich vielfach das erste Mal nach ihrem Studium trafen.

In seinem Festvortrag ließ Prof. Fritz-Jörg Neff aus der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik der Hochschule Karlsruhe als einer der Gründerväter des gemeinsamen deutsch-französischen Studiengangs dessen Geschichte noch einmal Revue passieren. Prof. Dr. Otto Iancu aus der gleichen Fakultät hob in seiner Eigenschaft als amtierender Vizepräsident der deutsch-französischen Hochschule (DFH) die Bedeutung dieser langjährigen und erfolgreichen Kooperation auch für seine Einrichtung hervor.

Beide Rektoren der Hochschulen, Prof. Bernard Cretin und Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel, hoben die zwischenmenschlichen Aspekte als tragfähige Grundlage für die Entwicklung und Ausgestaltung des gemeinsamen Studiengangs hervor. Nur durch die jahrelangen freundschaftlichen Beziehungen sei es möglich gewesen, dass dieses Studienangebot immerhin 150 Absolventen hervorgebracht hat, die alle über einen deutschen und einen französischen Hochschulabschluss verfügen.

Eine besondere Rolle nahm dabei der Directeur des Relations Internationals der ENSMM, Prof. Claude Roche, ein, der die Kooperation zwischen beiden Hochschulen fast über die gesamten 15 Jahre hinweg gefördert und vorangetrieben hat. Rektor Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel nutzte die Gelegenheit und zeichnete ihn in Würdigung dieser Verdienste mit der goldenen Ehrennadel der Hochschule Karlsruhe aus, die Prof. Claude Roche sichtlich gerührt entgegennahm.

Besonders beeindruckt zeigten sich alle Anwesenden von den Berichten der Absolventen zu ihrem weiteren beruflichen Werdegang. Alle konnten auf eine deutsch-französische und sogar in vielen Fällen auf eine internationale Karriere verweisen. Ein Beispiel hierfür ist der erste deutsche Absolvent des gemeinsamen internationalen Studiengangs, Thomas Lorenz. Er hatte sich nach einem Praktikum beim Unternehmen Peugeot-Citroen in Sochaux 1995 in den integrierten Studiengang eingeschrieben. Da er in dieser Situation noch nicht auf die Erfahrungen von Vorgängern bauen konnte, hatte er einige Hürden in der Anpassung an das französische Ausbildungssystem und auch einige administrative Hindernisse zu überwinden. Ausdrücklich bedankte er sich in seinem Beitrag für die große Unterstützung, die ihm dabei durch Professoren und Mitarbeiter beider Hochschulen zuteil wurde. Nach seinem Doppelabschluss trat er eine Stelle beim Institut zur Qualitätssicherung des Automobilherstellers Renault an, wo seine fachliche wie auch sprachliche und kulturelle Kompetenz aus dem deutsch-französischen Studiengang in allen Belangen gefragt war. Anschließend wechselte er zum Automobilhersteller Smart und arbeitet bis heute in leitender Funktion im Werk Rastatt der Daimler AG. In Kürze wird er für mindestens drei Jahre nach Ungarn entsandt, um dort ein neues Werk aufzubauen. Ein zentraler Punkt wird dabei die Einrichtung einer gemeinsamen deutsch-ungarischen Arbeitsgruppe sein. Hierbei wird er sich nach eigenem Bekunden sehr stark an den eigenen Erfahrungen aus dem deutsch-französischen Studiengang orientieren, den er als Modell für den Aufbau der neuen deutsch-ungarischen Kooperation ansieht.

„Dass dieser deutsch-französische Studiengang sehr erfolgreich ist, wussten wir bereits vor unserer aktuellen Reise nach Besançon“, so Rektor Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel, „die Berichte der Absolventen – und dies durchgängig – haben uns trotzdem nochmals ganz deutlich vor Augen geführt, welch ausgezeichnete berufliche Perspektiven sich mit einem solchen Doppelabschluss verbinden und bestärken uns darin, dieses Studienangebot und die Internationalisierung unseres Studienangebots weiter auszubauen.“