3. Welche NODIG-Technologien gibt es?
Je nach Einsatzbereich kommen auf der Baustelle unterschiedliche gabenlose Technologien (Verlegtechniken) zum Einsatz. Zu den gängigsten Methoden zählen:
Beim Schlauchlining („Inliner-Verfahren) handelt es sich um ein gängiges Verfahren, das zur grabenlosen Sanierung erdverlegter Entwässerungssysteme oder zur Sanierung von Druckrohrleitungen der Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung angewendet wird. Ein flexibler Schlauch, der mit einem Reaktionsharzsystem imprägniert ist, wird dabei in die Leitung oder in den Kanal eingeführt, wo er zu einem „muffenlosen neuen Rohr“ vor Ort ausgehärtet wird.
Das Horizontalspülbohr-Verfahren (HDD:„Horizontal Directional Drilling“) eignet sich ideal für die Neuverlegung von Kabelschutzrohren und Rohrleitungen in Tiefen von bis zu 10 m und über Distanzen von bis zu 500 m. Das Verfahren kann insbesondere zur Unterquerung von Bahntrassen und Autobahnen bzw. Straßen oder Fließgewässern eingesetzt werden.
In Bereichen mit eingeschränktem Platzangebot – etwa bei Hausanschlüssen, in kleinen Baugruben oder Schächten – kommt häufig das Mini-Spülbohrsystem zum Einsatz, das speziell für kürzere Strecken und enge Bedingungen konzipiert ist. Eine weitere innovative Technik stellt das Keyhole-Verfahren dar: Mit dieser Schlüsselloch-Technologie lassen sich Eingriffe in die Oberfläche auf ein Minimum reduzieren.
Das Berstverfahren ist ein grabenloses Verfahren zur Erneuerung alter Rohrleitungen, bei dem ein konisch geformter Berstkörper das bestehende Rohr zerstört und in das umgebende Erdreich verdrängt. Gleichzeitig zieht man ein neues Rohr in den entstandenen Hohlraum ein. Dieses Verfahren eignet sich besonders zur Erneuerung von Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen und erlaubt auch eine Querschnittsvergrößerung.
Beim Close-fit-Verfahren wird ein neues Rohr mit geringem Außendurchmesser in das Altrohr eingebracht und anschließend mechanisch oder thermisch an die Innenwand des Altrohres angepasst. So entsteht ein enger („close-fit“) Kontakt und die neue Leitung übernimmt die Funktion der alten, ohne dass diese entfernt werden muss.
Langrohrrelining ist ein grabenloses Verfahren zur Sanierung von beschädigten Druckrohrleitungen, das vor allem bei Trink-, Abwasser- und Gasleitungen eingesetzt wird. Hierbei wird ein strangweise vor Ort verschweißtes neues Rohr – meist aus PE-HD oder Stahl – durch den bestehenden, gereinigten Leitungsabschnitt eingezogen oder eingeschoben. Zwischen Alt- und Neu-Rohr entsteht dabei ein Ringraum, der häufig zur Fixierung und Lastabtragung mit Verfüllmaterial ausgefüllt wird. Das Ergebnis ist eine statisch selbsttragende, neuwertige Rohrleitung.
Microtunneling ist ein grabenloses, ferngesteuertes Verfahren zur unterirdischen Verlegung von Rohren und Leitungen, bei dem ein steuerbarer Bohrkopf von einem Startschacht aus präzise zum Zielschacht geführt wird. Die Vortriebsmaschine zerkleinert dabei das Erdreich, das hydraulisch oder mechanisch über den Rohrstrang zur Startbaugrube abtransportiert wird. Mit hydraulischen Pressen werden die Rohre abschnittsweise direkt hinter dem Bohrkopf in den neu entstehenden Tunnel geschoben. Steuerung und Vermessung des Prozesses erfolgen meist mittels moderner Lasertechnik, wodurch eine sehr genaue Trassenführung bei minimaler Beeinträchtigung der Oberfläche erreicht wird.
Das Pressbohrverfahren (auch Bodenverdrängungsverfahren genannt) dient der grabenlosen Herstellung von Leitungen, insbesondere für kürzere Distanzen. Hier treibt eine pneumatische Ramme ein Stahlrohr durch das Erdreich, welches später als Hülle für das Medienrohr dient. Dabei wird das Erdreich verdrängt und das Rohr in einem Arbeitsgang verlegt.
Die Horizontalrammung ist ein grabenloses Verfahren, bei dem ein durch Druckluft angetriebener Rammbock ein Stahlrohr horizontal durch das Erdreich treibt. So lassen sich z. B. Straßen oder Bahndämme unterqueren, ohne die Oberfläche zu öffnen, wobei das verdrängte Erdreich im Rohr verbleibt und später entfernt wird.