Der niederländische Stahlhersteller Tata Steel IJmuiden und das irische Unternehmen Ecocem Materials Ltd. haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, mit der sie ihre Kooperation bei der Entwicklung und dem möglichen Einsatz von Stahlschlacken der nächsten Generation für kohlenstoffarme Zement-, Mörtel- und Betonanwendungen in Europa ausbauen. Die Vereinbarung baut auf einem bereits laufenden gemeinsamen Forschungsprogramm auf und bekräftigt die Absicht beider Unternehmen, neue technische, kommerzielle und regulatorische Wege für die Verwertung von Stahlschlacken aus dem Werk in IJmuiden zu erschließen.
Zwischen Tata Steel IJmuiden und Ecocem besteht bereits eine Geschäftsbeziehung zur Verwertung granulierter Hochofenschlacke in Zement und Beton. Die neue Kooperation richtet den Fokus auf Schlacke aus Oxygenstahlwerken als alternatives Zementmaterial sowie auf die Weiterentwicklung von Schlacke aus Elektrolichtbogenöfen als Zusatz zu Zementmaterial.
Klinkerersatz zur Emissionsminderung
Durch den Ersatz von Klinker – dem kohlenstoffintensivsten Bestandteil von Zement – mit alternativen Materialien wie Schlacke kann die Zementindustrie ihre CO₂-Emissionen deutlich reduzieren. Gleichzeitig werden industrielle Nebenprodukte einer höherwertigen, kreislaufwirtschaftlichen Nutzung zugeführt.
Ziel des Projekts zu Schlacken aus Oxygenstahlwerken und Elektrolichtbogenöfen ist es, diese Nebenprodukte in Zementbindemittel oder Bestandteile umzuwandeln, die sowohl die Dekarbonisierung der Zement- und Betonproduktion unterstützen als auch Prinzipien der Kreislaufwirtschaft fördern. Die Zusammenarbeit zielt zudem darauf, die Verfügbarkeit kohlenstoffarmer Betonlösungen auf dem Markt zu erhöhen und Planern, Betonherstellern sowie Bauunternehmern eine breitere Auswahl nachhaltiger Materialoptionen zu bieten.
Stimmen der Partner
„Diese Absichtserklärung zeigt unseren gemeinsamen Willen, den Übergang zu nachhaltigeren Baumaterialien zu unterstützen", erklärt Pieter Roelofsen, Director Strategy, M&A and Partnerships bei Tata Steel Nederland. „Innovative Anwendungsmöglichkeiten für Stahlschlacke zu erforschen ist nicht nur eine Voraussetzung unser Green-Steel-Projekt erfolgreich umzusetzen. Hierdurch wollen wir auch zirkuläre Wertschöpfungsketten aufbauen und gleichzeitig die Dekarbonisierung der Stahl- und Zementindustrie vorantreiben."
Olivier Guise, Executive Director of Strategy, Technology and Business Development bei Ecocem, ergänzt: „Diese Art der Zusammenarbeit hat das Potenzial, die globale Zementindustrie grundlegend zu verändern. Gemeinsam untersuchen wir, wie zwei bisher ungenutzte Nebenprodukte der Stahlherstellung zu alternativen Zementwerkstoffen der nächsten Generation werden könnten. Dies würde dazu beitragen Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig Wert aus Materialien schaffen, die sonst ungenutzt blieben. Es braucht genau diese Art von Innovation über Branchen hinweg, um den Übergang hin zu einer kreislauforientierten, kohlenstoffarmen Wirtschaft zu beschleunigen und die Zukunft des nachhaltigen Bauens neu zu gestalten."
Die Unterzeichnung der Absichtserklärung unterstreicht das Engagement beider Unternehmen für Innovation, Kreislaufwirtschaft und die Entwicklung kohlenstoffarmer Lösungen für die Bauindustrie.