Das Biomassekraftwerk (BMK) Lünen, das seit 2006 von Iqony Energies und Remondis betrieben wird, soll umfassend modernisiert und bis 2028 zur Wärmeauskopplung erweitert werden. Neben dem Umbau des bestehenden Kraftwerks ist der Bau eines zusätzlichen Heizwerks geplant. Ziel ist es, jährlich bis zu 90.000 MWh klimafreundliche Wärme an die Stadtwerke Lünen zu liefern – genug, um rund 16.500 Haushalte zu versorgen.
„Diese Wärme-Investition mit einem Volumen von 15 Mio. Euro macht deutlich: Die Wärmewende wird vor Ort gemacht“, so Andreas Böffel, Geschäftsführer der BMK von Iqony Energies. „Die Stadtwerke Lünen sind schon heute ein Pionier bei der Fernwärme. Doch bislang kommt ein großer Teil der Wärme aus dem lokalen Steinkohlekraftwerk. Mit dem Rückgriff auf das neue Biomasse-Heizkraftwerk verbessert sich die Klima-Bilanz erheblich. Die Fernwärme wird grüner, bleibt sicher und zugleich investieren wir massiv in den Standort Lünen.“
Die aktuelle Anlage erzeugt bislang 20 MW elektrische Leistung. Durch den Einbau eines neuen Heizkondensators kann künftig auch Wärme in das Fernwärmenetz der Stadtwerke eingespeist werden. Mit dem Investitionsvolumen von 15 Mio. Euro stärken die Partner die lokale Energiewende.
Heizen soll ab 2028 klimaneutral werden
Auch Jean-Michael Hachmann, Geschäftsführer der BMK von Remondis Region West, hebt den zukunftsweisenden Charakter des Projekts hervor: „Dieses Projekt lebt Zukunft. Wir dekarbonisieren die Fernwärmeversorgung von Lünen und stärken damit Umweltverträglichkeit, aber auch Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Denn je mehr klimaneutrale Quellen zum Einsatz kommen, desto weniger fallen auch die künftig weiter steigenden CO2-Abgaben ins Gewicht. Das ist eine Win-Win-Win-Situation“.
Für die Stadtwerke Lünen ist das Projekt ein wichtiger Schritt Richtung Klimaneutralität.
„Durch die Auskopplung von Wärmeenergie aus dem Biomassekraftwerk stellen wir die Fernwärmeversorgung bereits im Laufe des Jahres 2028 auf erneuerbare Wärme um“, so Urs Reitis, Co-Geschäftsführer der Stadtwerke Lünen. „Damit wird die Fernwärme in Lünen deutlich vor dem bundesweit angestrebten Zieljahr 2045 klimaneutral und entwickelt sich zu einem verlässlichen, zukunftssicheren Baustein der nachhaltigen Energieversorgung unserer Stadt.“
Damit positioniert sich Lünen als Vorreiterregion der kommunalen Wärmewende – mit einem klaren Bekenntnis zu nachhaltiger, regional erzeugter Energie.