Der Ausbau einer nachhaltigen Energieversorgung in Hamburg kommt mit großen Schritten voran. Ein zentrales Element dabei: Die Flussquerung der Süderelbe durch das Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN. Südlich der Elbe soll das innovative Netz spätestens 2027 den Betrieb aufnehmen und die Elbinsel Hohe Schaar mit umweltfreundlichem Wasserstoff versorgen – so die Hamburger Energienetze am 7. August.
Vorbereitungen am Kattwyk-Düker laufen derzeit auf Hochtouren. Die bestehende Erdgasleitung, die sich etwa fünf Meter unter dem Flussgrund der Süderelbe erstreckt, wird für die neue Nutzung intensiv gereinigt und geprüft. Ihr einzigartiges Bauwerk besteht aus zwei nebeneinander verlaufenden, betonummantelten Stahlrohren: Während eines weiterhin für die klassische Erdgasversorgung bleibt, wird das andere künftig grünen Wasserstoff transportieren. So verbindet Hamburg klug bestehende Infrastruktur mit zukunftsweisender Technologie.
„Die bestehende Leitung für Wasserstoff fit zu machen, spart Bauzeit und Investitionskosten“, sagt Michael Dammann, Technischer Geschäftsführer der Hamburger Energienetze. „Aktuell überprüfen wir aber zunächst die Integrität des Jahrzehnte alten Leitungsabschnitts, damit unser Wasserstoffnetz ebenso sicher und zuverlässig läuft, wie unsere anderen Energienetze.“
Eine Spezialfirma hat jüngst die rund 450 m lange Düker-Leitung zunächst von Rückständen befreit und anschließend umfassend auf Materialzustand und Sicherheit kontrolliert. Hierfür kamen sogenannte Molche zum Einsatz – längliche Prüfgeräte, die mit modernsten Sensoren ausgestattet durch die Rohre geschickt werden. Sie untersuchen die Wanddicke des Stahls und erfassen präzise den Korrosionszustand, um ein verlässliches Bild für die weitere Nutzung zu gewinnen.
HH-WIN-Projekt: Zeichen für den Wandel
Auch die Versorgung mit Erdgas bleibt durch diese Maßnahme gesichert. Während der Reinigungs- und Prüfungsvorgänge wurde die Versorgungseinheit im Hafengebiet zuverlässig über alternative Elbquerungen aufrechterhalten. Aktuell arbeiten Fachleute der Hamburger Energienetze daran, die Ergebnisse der umfangreichen Messungen auszuwerten und gegebenenfalls notwendige Reparaturen rasch einzuleiten.
Hamburg setzt mit dem HH-WIN-Projekt ein Zeichen für den Wandel: In einigen Jahren soll Wasserstoff mit bis zu 25 Bar durch die Leitung strömen und die Region mit klimafreundlicher Energie versorgen. Die Umnutzung der Erdgasleitung nahe der Kattwykbrücke ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer CO₂-armen Industrielandschaft.