Der brandenburgische Energieprojektierer Enertrag erwirbt 6,5 Hektar Industriefläche in Mecklenburg-Vorpommern für den Bau einer großtechnischen Elektrolyseanlage. Das IPCEI-geförderte Projekt startet 2027 mit 60 MW und wächst auf 180 MW aus.
Grundstückskauf besiegelt Standortentscheidung
Enertrag hat am 24. Juni den notariellen Kaufvertrag für ein Grundstück im Industriepark Berlin-Szczecin unterzeichnet. Auf der erworbenen Fläche plant das Unternehmen eine der ersten großtechnischen Wasserstoffproduktionsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Anlage erhält direkten Zugang zum deutschen Wasserstoffkernnetz.
Stufenweise Kapazitätserweiterung geplant
Die erste Ausbaustufe umfasst 60 MW Elektrolyseleistung und ermöglicht eine jährliche Produktion von 6.000 Tonnen grünem Wasserstoff. In der zweiten Phase erfolgt die Erweiterung auf 180 MW Gesamtkapazität. Das Projekt ist Teil des europäischen IPCEI-Programms "Hy2Infra".
Zeitplan bis zur Inbetriebnahme steht fest
Enertrag beauftragt noch 2025 das Engineering für die technische Ausarbeitung. Bereits im August beginnen naturschutzrechtliche Maßnahmen, einschließlich des Aufbaus eines Reptilienschutzzauns. Die Genehmigungsunterlagen werden in der ersten Jahreshälfte 2026 eingereicht, der Baustart erfolgt 2027, die Inbetriebnahme ist bis 2029 vorgesehen.
Baustein des Elektrolysekorridors Ostdeutschland
Die Pasewalker Anlage ist Teil von Enertrags "Elektrolysekorridor Ostdeutschland" mit insgesamt 185 MW Kapazität an zwei Standorten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Kumuliert speisen die Anlagen bis zu 17.000 Tonnen Wasserstoff jährlich ins Wasserstoffnetz ein. Dies entspricht einem Marktanteil von rund 12 Prozent in Deutschland.