Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfelds belegen die Zahlen für das Jahr 2025 zur Produktion und Verwendung von Eisenhüttenschlacken, dass das Nebenprodukt der Stahlherstellung erneut einen Beitrag zu Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und Klimaschutz leistet. Von den in Deutschland erzeugten 10,9 Millionen Tonnen Eisenhüttenschlacken kamen 10,2 Millionen Tonnen oder 94 Prozent in Baustoffen, Düngemitteln sowie anlagenintern zum Einsatz. Dadurch konnten der Abbau von 11 Millionen Tonnen Naturgestein sowie die Emission von 4 Millionen Tonnen CO₂ vermieden werden.
Die 2025 erzeugten 10,9 Millionen Tonnen Eisenhüttenschlacken setzen sich aus 6,3 Millionen Tonnen Hochofenschlacke und 4,6 Millionen Tonnen Stahlwerksschlacke zusammen. Davon wurden 6,3 Millionen Tonnen im Zement eingesetzt, 3,0 Millionen Tonnen im Verkehrswegebau, 0,4 Millionen Tonnen in Düngemitteln und 0,5 Millionen Tonnen anlagenintern verwendet.
Langfristige Bilanz seit 1949
Im Zeitraum von 1949 bis 2025 haben die Nebenprodukte der Stahlherstellung insgesamt 1,15 Milliarden Tonnen Naturgestein ersetzt. Davon entfallen 429 Millionen Tonnen auf den Einsatz von Hüttensand im Zement, 633 Millionen Tonnen auf die Verwendung von Gesteinskörnungen als Baustoff sowie 87 Millionen Tonnen auf Konverterkalk als Düngemittel. Darüber hinaus führte die Substitution von Portlandzementklinker durch Hüttensand im Zement in diesem Zeitraum zu 201 Millionen Tonnen weniger emittiertem CO₂.
Forderung nach angepassten regulatorischen Rahmenbedingungen
Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung, das die Werte jährlich erhebt, ordnet die Ergebnisse ein: „Die Bilanz für die Erzeugung und Verwendung von Eisenhüttenschlacken für das Jahr 2025 zeigt erneut: Industrielle Nebenprodukte sind ein wichtiger Bestandteil zirkulären Wirtschaftens. Sie reduzieren die notwendige Nutzung von natürlichen Rohstoffen und schonen das Klima. Um diesen Beitrag auch in Zukunft leisten und steigern zu können, brauchen wir in Deutschland und Europa zügig verlässliche, praxisorientierte Anpassungen bei den regulatorischen Rahmenbedingungen. Dies betrifft nicht zuletzt auch die neuen Schlacken nach der Transformation der Stahlindustrie, zu denen wir mit zahlreichen Partnern bereits seit einigen Jahren forschen. Wir appellieren daher an die regelsetzenden Institutionen, umgehend die Weichen für eine Kreislaufwirtschaft zu stellen, die nachhaltig Wirkung in der Praxis zeigt."