Das kanadische Technologieunternehmen Eavor hat am 4. Dezember in Geretsried bei München die Stromproduktion seiner geothermischen Demonstrationsanlage aufgenommen. Damit speist erstmals eine Anlage auf Basis eines vollständig geschlossenen Kreislaufsystems Strom in das öffentliche Netz ein. Der Start markiert einen bedeutenden Schritt für die Weiterentwicklung der Geothermie hin zu einer skalierbaren, emissionsfreien Energiequelle.
Das unternehmenseigene „Closed-Loop-System“ ermöglicht die Nutzung geothermischer Energie unabhängig von durchlässigen Gesteinen oder Wasserreservoirs. Die Technologie basiert auf einem geschlossenen Flüssigkeitskreislauf, der Wärme aus dem Untergrund an die Oberfläche transportiert. Durch diese Bauweise entfällt der Bedarf an zusätzlicher Wasserförderung oder -aufbereitung, was die Umweltbelastung und die langfristigen Betriebskosten reduziert.
Geretsried als internationales Referenzprojekt für die Geothermie
Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme in Geretsried will Eavor die technische und wirtschaftliche Machbarkeit seiner Lösung im kommerziellen Maßstab belegen. Das Projekt gilt als Referenz für künftige Anlagen in Europa und weltweit, insbesondere in Regionen, die auf der Suche nach stabilen, lokal erzeugten und klimaneutralen Energieformen sind.
Die Anlage in Geretsried soll nicht nur kontinuierlich Strom liefern, sondern auch die Grundlage für die nächste Entwicklungsphase des Unternehmens bilden. Eavor plant, die gewonnenen Erkenntnisse in internationale Projekte einfließen zu lassen und damit den Ausbau geothermischer Energie weiter voranzutreiben.