thyssenkrupp Steel hat vier neue Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) abgeschlossen und sich damit rund 230 GWh Grünstrom für seine Tochtergesellschaften gesichert. Dies stellt einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur weiteren Dekarbonisierung der Stahlproduktion dar. Die Verträge wurden mit Quadra Energy, Statkraft, Centrica Energy und Sunnic Lighthouse geschlossen und umfassen ein Portfolio aus Wind- und Photovoltaikanlagen in ganz Deutschland. Die Versorgung der Tochtergesellschaften thyssenkrupp Rasselstein, thyssenkrupp Precision Steel und thyssenkrupp Electrical Steel mit erneuerbarer Energie ist ein zentraler Bestandteil der Energie- und Transformationsstrategie des Unternehmens.
Philipp Conze, Chief Financial Officer (CFO) von thyssenkrupp Steel, betont die strategische Bedeutung der Vereinbarungen:
„Mit dem Abschluss der neuen Grünstromlieferverträge schreiten wir bei unserer Transformation hin zu einer CO2-ärmeren Produktion voran. Strom-PPAs sind dabei ein unverzichtbarer Baustein unserer Dekarbonisierungsstrategie.“
Das Vertragsvolumen von rund 230 GWh entspricht dem typischen Jahresstromverbrauch von etwa 70.000 Haushalten. Der Grünstrom stammt aus neu in Betrieb genommenen Photovoltaikanlagen sowie aus Onshore-Windparks in Deutschland, die keine staatliche Förderung mehr erhalten. Neben der Vermeidung von mehr als 70.000 Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr tragen die Verträge auch dazu bei, den wirtschaftlichen Weiterbetrieb förderfreier Windparks zu sichern.
Erneuerbare Energie für zentrale Produktionsstandorte
Seit Jahresbeginn werden vor allem thyssenkrupp Rasselstein und thyssenkrupp Electrical Steel mit Grünstrom versorgt. Darüber hinaus bezieht die thyssenkrupp-Steel-Tochter in Hohenlimburg seit Sommer 2024 erneuerbare Energie aus einem nahegelegenen Windpark in Hagen-Hohenlimburg – dem ersten Projekt in Deutschland, bei dem Strom direkt von einem Windpark an ein Industrieunternehmen geliefert wird. Ein eigenes drei Kilometer langes Kabel speist den erzeugten Windstrom direkt in das Werksnetz in Hohenlimburg ein.
Durch diese Vereinbarungen werden künftig mindestens 30 % des Strombedarfs der drei tkS-Tochtergesellschaften aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Damit wird eine noch nachhaltigere Produktion hochwertiger Stahlgüten ermöglicht, die unter anderem in Verpackungen, Transformatoren, Elektromotoren und Präzisionsanwendungen eingesetzt werden.
Clarissa Odewald, CEO von thyssenkrupp Rasselstein, unterstreicht die Bedeutung der Maßnahmen:
„Nachhaltigkeit spielt für thyssenkrupp Rasselstein und unsere Kunden eine große Rolle. Durch die neuen Grünstromlieferverträge können wir in Andernach, dem weltweit größten Produktionsstandort für Verpackungsstahl, jetzt bereits über 50.000 t CO2-Emissionen im Jahr einsparen.“
Dennis Becher, Head of Energy Management bei thyssenkrupp Steel, ergänzt:
„Wir freuen uns über die Partnerschaften mit Quadra Energy, Statkraft, Centrica Energy und Sunnic Lighthouse. Mit den vier neuen Power Purchase Agreements (PPA) bauen wir unser Grünstromportfolio weiter aus. Im Zuge der grünen Transformation wird der Stromverbrauch von thyssenkrupp Steel Europe in den nächsten Jahren signifikant steigen – und damit auch der Bedarf an weiteren Grünstromlieferverträgen.“
Steigender Strombedarf im Zuge der Transformation
Ziel von thyssenkrupp Steel bleibt die schrittweise und nachhaltige Dekarbonisierung der Stahlproduktion. Ein wesentlicher Bestandteil der Transformationsstrategie ist der Bau einer wasserstofffähigen Direktreduktionsanlage, die den Strombedarf in den kommenden Jahren deutlich erhöhen wird. Da klimafreundliche Technologien mit einem erheblich höheren Bedarf an erneuerbarer Energie verbunden sind, bleibt die Steigerung der Energieeffizienz sowie der Ausbau erneuerbarer Bezugsquellen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Beschaffung von Grünstrom über PPAs ist bereits heute eine wirksame Maßnahme zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und zur Unterstützung der industriellen Transformation.